Braille als Kulturerbe
- Die Verwendung und Weitergabe der Brailleschrift wurde in das Nationale Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen – auf Initiative des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Österreich (BSVÖ).
- Für rund 5.000 Menschen in Österreich ist Braille ein täglicher Begleiter, der gesprochene Sprache tastbar macht und Türen zu Bildung, Kultur und gesellschaftlicher Teilhabe öffnet.
Warum das für uns so wichtig ist
- Mit der Aufnahme wächst das österreichische Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf 182 Eintragungen und macht die Vielfalt gelebter Kultur im Land sichtbar.
- Gleichzeitig zeigt der Schritt, dass barrierefreie Kommunikation und gleichberechtigte Teilhabe keine Nischenanliegen sind, sondern eine Aufgabe für die gesamte Gesellschaft.
Mehr als nur Schrift
- Braille ist von blinden Menschen entwickelt, weitergegeben und lebendig gehalten worden – und damit ein starkes Stück selbstbestimmter Kultur der Blindenselbsthilfe.
- Die Aufnahme in das Verzeichnis bestätigt: Diese Kulturtechnik ist Teil der Identität vieler Nutzer:innen und verdient Schutz, Förderung und Sichtbarkeit.
Verantwortung für die Zukunft
- Gleichzeitig steht Braille zunehmend unter Druck: Technische Entwicklungen und fehlende Förderstrukturen führen dazu, dass immer weniger Menschen die Schrift erlernen.
- Die UNESCO-Anerkennung ist deshalb auch ein Auftrag, Lern- und Vermittlungsangebote zu sichern und jene Verbände zu stärken, die Braille weitergeben – damit zukünftige Generationen weiterhin tastend lesen können.
Weiterführende Informationen:
- Ausführlicher Artikel des BSVÖ: BSVÖ: Brailleschrift in Österreich als UNESCO-Kulturerbe anerkannt – Initiative des BSVÖ führt zu bedeutendem Meilenstein
- Informationen zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO in Österreich: https://www.unesco.at/kultur/immaterielles-kulturerbe
- Mehr Informationen zur Brailleschrift: https://www.bsvs.at/sensibilisierung/brailleschrift
